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Gesundheit und Pflege

Welche Auswirkungen hat der demografische Wandel auf das Gesundheits- und Pflegesystem?

Entgegen dem allgemeinen Trend rückläufiger Einwohnerzahlen im Freistaat wächst die Bevölkerungszahl in den Altersgruppen über 50 Jahre weiter an. Frauen und Männer in Sachsen bleiben zwar immer länger fit, werden jedoch auch immer älter. Bis 2025 wird sich die Zahl der für Krankheit und Pflege besonders anfälligen Altersgruppe der hochbetagten über 80-Jährigen auf etwa ein Zehntel der Gesamtbevölkerung erhöhen. Dies kann zur Folge haben, dass sich der Leistungsbedarf im Gesundheits- und Pflegesystem zukünftig trotz der sinkenden Bevölkerungszahl weiter erhöht.

Wie wirkt sich der demografische Wandel auf das Pflegewesen aus?

Häufig folgen junge Sachsen attraktiven Arbeitsangeboten und verlassen ihre vertraute Umgebung, um in der Nähe des Arbeitsortes sesshaft zu werden, während die Eltern am angestammten Wohnort in der Heimat verbleiben. Wenn die Eltern pflegebedürftig werden, ist es durch die weiteren Entfernungen dann für die Kinder schwerer, ausreichend unterstützen zu können. Die Lücke an familiärer Betreuung von Pflegebedürftigen wird mehr und mehr durch private Angebote an ambulanter und stationärer Pflege sowie Unterstützung aus der Nachbarschaft und ehrenamtliches Engagement geschlossen werden müssen.

Welche Folgen ergeben sich für die Gesundheitsversorgung im Freistaat?

Eine zurückgehende Zahl an Einwohnern verteuert die Sicherstellung des erreichten hohen Niveaus an medizinischer Versorgung. In Sachsen ist vor allem in dünn besiedelten Regionen damit zu rechnen, dass zukünftig höhere Aufwendungen für die vorhandene Gesundheitsversorgung notwendig werden oder verstärkt alternative Lösungen zum Einsatz kommen.

Der demografische Wandel spiegelt sich auch in der Altersstruktur der in Sachsen niedergelassenen Ärzte wider. In naher Zukunft werden mehr sächsische Ärzte altersbedingt in den Ruhestand treten als derzeitig Nachwuchs an den medizinischen Fakultäten der sächsischen Universitäten ausgebildet wird.