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Wirtschaft und Arbeit

Welche Auswirkungen hat der demografische Wandel auf den sächsischen Arbeitsmarkt?

Im Vergleich zu anderen Bundesländern hat Sachsen einen hohen Anteil an sozialversicherungspflichtig Beschäftigten je 1.000 Einwohner.

Die demografische Entwicklung wirkt sich jedoch auch auf den Arbeitsmarkt aus. Die Zahl der erwerbsfähigen Bevölkerung Sachsens (Personen im Alter von 15 bzw. 20 bis unter 60 bzw. 65 Jahren) wird stärker als die Zahl der Einwohner abnehmen. Dem sächsischen Arbeitsmarkt werden damit spürbar weniger Erwerbsfähige zur Verfügung stehen. Gleichzeitig steigt das Durchschnittsalter der Beschäftigten.

Vor allem bei den Hochqualifizierten wird in den nächsten Jahren eine spürbare Lücke im Fachkräfteangebot erwartet. Davon sind voraussichtlich in erster Linie die Ingenieur- und Naturwissenschaften sowie der medizinische Bereich betroffen. In der Folge könnte die Nachfrage nach Arbeitskräften zurückgehen, wenn z.B. innovative Unternehmen wegen des Nachwuchsmangels auf eine Ansiedlung oder Betriebsausweitung verzichten.

Bedeutet der Rückgang der Bevölkerung einen Abbau der Arbeitslosigkeit?

Nicht jeder kann das gleiche leisten. Arbeitskräfte sind sehr unterschiedlich qualifiziert.

Der Arbeitsmarkt wird verstärkt Arbeitskräfte mit hohen Qualifikationen nachfragen, während sich für gering Qualifizierte die Aussichten auf dem Arbeitsmarkt eher wenig verändern werden.

Aufgrund des Fachkräftebedarfs ist jedoch zu erwarten, dass sich die Berufseinstiegschancen junger Erwachsener aufgrund des sinkenden Arbeitskräfteangebots deutlich verbessern werden.

Was bedeutet der Wandel am Arbeitsmarkt für die Unternehmen?

Wenn auf mittlere bis lange Sicht die Erwerbstätigen nicht nur weniger, sondern auch immer älter werden, müssen sich die Unternehmen darauf einstellen.

In den letzten Jahren wurde die Weiterentwicklung betrieblichen Know-hows vor allem über die Einstellung von jungen, gut ausgebildeten Berufsanfängern sichergestellt.

Weil das Potenzial an jungen Fachkräften immer kleiner wird, werden Unternehmen in ihrer betrieblichen Personalpolitik nicht umhin kommen, verstärkt die fachlichen Kompetenzen ihrer älteren Mitarbeiter zu erhalten und weiterzuentwickeln. In Zukunft werden mittel- und langfristige Personalentwicklungskonzepte zunehmend an Bedeutung gewinnen.

Außerdem wird es darauf ankommen, in den Unternehmensleitungen frühzeitig über geeignete Nachfolger, die – vor allem im Handwerk – nicht mehr notwendigerweise aus der eigenen Familie kommen, nachzudenken.