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Familie und Gesellschaft

Wie verändern sich die Familienstrukturen in Sachsen?

Bereits seit einigen Jahren kann in Sachsen ein zunehmender Wandel der Lebensformen beobachtet werden. Dabei sind zwei Tendenzen erkennbar: Die Anzahl der Personen pro Haushalt sinkt, während die Formen des Zusammenlebens immer vielfältiger werden. Dabei verliert die traditionelle Familie, in der die Ehepartner mit ihren heranwachsenden Kindern in einem Haushalt zusammenleben, immer mehr an Bedeutung. Wenn sich Paare zur Hochzeit entschließen, so tun sie dies inzwischen immer später.

Anstelle der klassischen Familie treten z. B. Wohngemeinschaften, Patchworkfamilien, Alleinerziehende mit ihren Kindern oder Lebensgemeinschaften. Nicht zu unterschätzen ist bei Betrachtung der Familienstrukturen die zunehmende Zahl Alleinlebender. Wobei heute ein Single sowohl jung und unternehmungslustig als auch verwitwet, geschieden und eher älter bis hochbetagt und vereinsamt sein kann.

Was bedeutet der demografische Wandel für das Zusammenleben der Gesellschaft?

Die Familie übernimmt traditionell wichtige soziale Aufgaben. So verbessert das Zusammenleben mehrerer Generationen beispielsweise die Möglichkeiten zur Kinderbetreuung oder zur Pflege von Familienangehörigen. Aufgrund der sich ändernden Familienstrukturen und dem damit verbundenen Rückgang der familiären Betreuung müssen jene Leistungen immer häufiger durch öffentliche oder private Dienste ersetzt werden.

Wie lange wird dieser Wandlungsprozess noch andauern?

Eines ist schon heute klar: der demografische Wandel stellt eine langfristige, gesamtgesellschaftliche Aufgabe dar. Selbst wenn sich die Geburtenrate sofort markant erhöhen würde, ließe sich die seit etwa 60 Jahren immer deutlicher sichtbar werdende Verschiebung in der Altersstruktur nur langsam wieder korrigieren.