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Regionalforum Oberlausitz-Niederschlesien

3. Regionalforum Demografie in Bautzen

»Wir sind hier in einer Region, in der man sich der demografischen Realität und ihrer Folgen bewusst ist«, so Ministerpräsident Milbradt beim 3. Regionalforum Demografie am 25. April 2007 in Bautzen. »Hier in der Region haben die Menschen in den vergangenen 17 Jahren eine beispiellose Veränderungsbereitschaft gezeigt.« Der Einladung des Ministerpräsidenten ins Deutsch-Sorbische Theater waren mehr als 400 Akteure aus Kommunalpolitik, Wirtschaft, Kirchen, Schulen, Vereinen und Verbänden sowie zahlreiche interessierte Bürger gefolgt.

Oberbürgermeister Christian Schramm, Bautzen, und Prof. Georg Milbradt auf dem Regionalforum in Bautzen (v.l.n.r.)

Oberbürgermeister Christian Schramm, Bautzen, und Prof. Georg Milbradt auf dem Regionalforum in Bautzen (v.l.n.r.)
(© SK 22)

In der Region Oberlausitz-Niederschlesien treffen sich unterschiedliche Entwicklungen. Einerseits verläuft der demografische Wandel in Hoyerswerda oder Weißwasser durch die derzeit angespannte wirtschaftliche Situation noch besonders rasch. »Trotzdem wird hier nicht gejammert, sondern die verantwortlichen Kommunalpolitiker, aber auch die Bürger haben sich der Gestaltungsaufgabe mit großem Engagement angenommen«, so Milbradt. So wächst die Wirtschaft in Bautzen dynamisch und bietet viele Arbeitsplätze mit steigender Tendenz.

Der Ministerpräsident sieht Sachsen auch im Jahr 2020 als attraktives Land. »Wir sind auf dem richtigen Weg: Der Jobmotor läuft, die Arbeitslosigkeit ist so niedrig wie seit zehn Jahren nicht mehr. Was mich besonders freut: Die Jugendarbeitslosigkeit ist um mehr als 20% gesunken. Im Sommer werden wir in Sachsen erstmals mehr Lehrstellen als Bewerber haben. In der Oberlausitz wird dies in ein bis zwei Jahren ebenfalls der Fall sein. Das heißt: Junge Menschen werden gesucht und haben eine Perspektive in der Region. Das sind Aussichten, die Mut machen.«

Oberbürgermeister Christian Schramm, Bautzen

Oberbürgermeister Christian Schramm, Bautzen
(© SK 22)

Milbradt rief erneut dazu auf, außerhalb der bekannten Strukturen zu denken. »Mithilfe des technischen Fortschritts werden wir in Zukunft manches heute scheinbar unlösbare Problem lösen können. Und oft genug werden wir feststellen, dass solche Lösungen nicht mehr Geld kosten als die herkömmlichen, weil Technik oder andere Organisationsformen die Effizienz des Gesamtsystems erhöhen«, so Milbradt.

Darüber hinaus solle die Region, auch im Hinblick auf Rückkehrer oder Zuwanderer, mit den eigenen Pfunden wuchern: »Der Freistaat Sachsen und die Oberlausitz haben eine Menge an Lebensqualität zu bieten. Wir haben ein Kinderbetreuungssystem, von dem manche Westländer noch träumen. Wir haben ein Schulsystem, das den Vergleich mit Kanada und Finnland nicht scheuen muss. Die Lebenshaltungskosten sind vergleichsweise niedrig, und Rankings von renommierten Instituten zeigen, dass sich die Wirtschafts- und Lebenssituation z. B. im Landkreis Bautzen erheblich verbessert hat. Und wir haben wunderschöne Landschaften und eine intakte Natur.«

Am Nachmittag hatte in Bautzen die Ergebniskonferenz des Modellprojekts »Demografischer Wandel in der Region Oberlausitz-Niederschlesien« stattgefunden. Die Akteure hatten unter Federführung des Innenministeriums nach Wegen gesucht, wie die Infrastrukturangebote bis 2020 optimiert werden können. Das Modellprojekt, das fortgeführt werden soll, sieht die Lausitz als Zukunftslabor. Unter dem Motto »Innovation statt linearer Anpassung« zeigt das Projekt Wege zur Gestaltung des demografischen Wandels in allen gesellschaftlichen Teilbereichen auf .

Milbradt lobte den Kommunikationsprozess der Verantwortlichen für das Modellprojekt als vorbildlich für andere Regionen in Sachsen. »Die Modellregion hat gezeigt, was eine gute Öffentlichkeitsarbeit bewirken kann. Die Bürger haben erkannt, dass der demografische Wandel keine Katastrophe ist, sondern eine Herausforderung, die es zu gestalten gilt. Sie sind bereit, an den notwendigen Veränderungen mitzuwirken und sich mit viel Kreativität einzubringen.« Milbradt versprach, die Ergebnisse des Modellprojekts in eine Landesstrategie »Demografischer Wandel« einfließen zu lassen.